The National Museum of Modern Art, Tokyo
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MOMAT / Art Museum
4F GALLERY1

Japanische Kunst der Moderne aus der Sammlung des Museums

I. Kunst der Meiji (1868-1912) und Taishô (1912-1926)Ära

Um die Zeit der Entstehung der Bunten-Ausstellung

Die Betrachtung der modernen Kunst Japans anhand der Sammlung des Nationalmuseums für moderne Kunst, Tokyo führt zunächst zu den Exponaten der Kunstausstellung des Kultusministeriums („Bunten“), die 1907 ins Leben gerufen wurde. Eingerichtet im Rahmen der Bildungspolitik übte diese von der Meiji-Regierung initiierte Ausstellung in der Folge einen großen Einfluß auf die Welt der Kunst in Japan aus. Die hier ausgestellen Gemälde im japanischen Stil („Nihonga“) lösten sich von der Tradition in vieler Hinsicht, sei es in Bezug auf die Schattierungen, die Perspektive oder die Farbkomposition und festigten somit die Stellung der modernen japanischen Malerei als Ausstellungskunst. Bei der Malerei im westlichen Stil (Ölgemälde) dominierte ein heller Ton - wie bei Werken von Seiki Kuroda und seinen Kollegen - der mit dem Begriff „Gaiko-ha“ (wörtlich: Schule der Außenstrahlung) bezeichnet wurde. Die aktive Einführung des Impressionismus, des Post-Impressionismus und des Symbolismus um 1910 herum inspirierte viele Maler des westlichen als auch des japanischen Stils, neue Ausdrucksformen zu suchen.

Seiki Kuroda, Abgefallenes Laub, 1891
Seiki Kuroda, Abgefallenes Laub, 1891

Humanismus in der Taishô-Ära

1910 verkündete der Bildhauer und Dichter Kôtarô Takamura in seiner Schrift „Midori-iro no taiyô“(wörtlich: grüne Sonne) die absolute Freiheit der künstlerischen Selbstdarstellung. In der Folge erhielt die Geistesströmung, die sehnsüchtig nach dem Humanismus verlangte, starken Auftrieb, während gleichzeitig der Individualität des Künstlers mehr Bedeutung beigemessen wurde. Ryûsei Kishida, Tetsugorô Yorozu und weitere junge Künstler traten mit Werken an die Öffentlichkeit, die äußerst individualistisch geprägt waren und sich von der gemäßigten Atmosphäre der Bunten-Ausstellung scharf abgrenzten. Insbesondere Ryûsei Kishida - erfüllt vom Ideal der „inneren Schönheit“ - widmete sich der Suche nach einer realistischen Ausdrucksform durch eine detaillierte Darstellung in Öl und beeinflußte durch seine originellen Aktivitäten wie den Studien der chinesischen Malerei der Sung- und Yüan- Dynastie die Nihonga-Maler nachhaltig. Tetsugorô Yorozu schuf kraftvolle Werke aus seiner Beziehung zur avantgardistischen Ausdrucksweise des Westens und der Landschaft seiner Heimat heraus.

Ryûsei Kishida, Strasse, Damm und Zaun, 1915
Ryûsei Kishida, Strasse, Damm und Zaun, 1915

II. Die Kunst der Vorkriegs-Showa Ära (1926-1945)

Künstler in der Stadt

Das große Kanto Erdbeben 1923 veränderte das Stadtbild Tokyos vollständig. Mit dem Wiederaufbau der Stadt begann die Modernisierung des Lebens der Menschen. Im Streben nach einer Form des Ausdrucks für die Widersprüche des städtischen Alltagslebens und einem idealen Zukunftsbild entstanden einerseits proletarische Kunstbewegungen, die sich bemühten, sozialistisches Gedankengut realistisch darzustellen, während auf der anderen Seite immer mehr Künstler - inspiriert durch avangardistische Bewegungen wie den westlichen Dadaismus, Konstruktivismus, Surrealismus und die abstrakte Kunst – die Fragmente eines modernen Bildes rekonstruierten und nach neuen Ausdrucksformen suchten. Gleichzeitig nahm die Zahl der japanischen Künstler zu, die zum Studium oder zur schöpferischen Tätigkeit ins Ausland gingen. Die Werke von Tsuguharu Fujita und Yuzô Saeki (Paris) sowie Yasuo Kuniyoshi und Hideo Noda(USA) eröffnen einen Blick auf eine grenzüberschreitende Künstlerwelt.

Harue Koga, Das Meer, 1929
Harue Koga, Das Meer, 1929 Galerie (*)
Galerie (*)
4F

(*)=Photos by Norihiro Ueno.

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